Was sie nicht sagen …

Was sie nicht sagen …
Etwas Denk & Kunst Stoff gefällig

So heißt es mitunter, wenn Zweifel  angemeldet werden. Zweifel an Dingen, die man so hört. Oder genauso auch liest. Von Seiten der Medien. Von Seiten der Leute. Oder – in einer Mischung daraus – heutzutage natürlich auch von Seiten der so genannten sozialen Medien.

Demgemäß kann man auch sagen:  „Was sie nicht alles schreiben!“ Oder was sie denn nicht so meinen, und was sie nicht alles wissen. Den abfälligen Ausdrücken Gerede und Geschreibe  könnte man derart recht gut auch noch solche wie Gemeine oder Gemelde an die Seite stellen. Ja, was sie denn nicht alles vermelden! Die mit solchen Wendungen zum Ausdruck gebrachte Skepsis bezieht sich aber nicht bloß auf Inhaltliches im engeren Sinn. Sie zielt genauso auch auf Interpretationen, auf Betonungen oder auf Bewertungen. Mitunter ist es auch Kritik daran, dass gewisse Dinge überhaupt zum Gegenstand von Kolportage gemacht werden. Es ist ein Hinterfragen gewisser Praxis und Kultur. Auch ein Wort wie „Regenbogenpresse“ bringt das ein Stück weit zum Ausdruck.

Bei einer Prüfung der entsprechenden, vielgestaltigen Phänomene geht es daher auch um ganz unterschiedliche Aspekte. Auf sachlich-inhaltlicher Ebene wird man fragen, ob Darlegungen komplexerer Zusammenhänge mit Ausgewogenheit aufwarten. Oder ob simple, behauptete Tatsachen schlicht der Wahrheit entsprechen. Thematisieren lässt sich aber auch die Motivation hinter einer Berichterstattung.  So lässt sich etwa fragen, ob es jeweils eher Geld oder Geltungsbedürfnis sind, die in konkreten Fällen Nachrichtendienste wirken. Es heißt ja auch, dass Gesagtes mehr über Sager sage als über Besagte. Nicht so selten wird man zu einem ernüchternden Befund der Art kommen, dass Wahrheit über Eigenes als unzumutbar, Unwahrheit über Andere dagegen als vollkommen zumutbar in Geltung gebracht wird. Aspekte wie etwa solche einer Bedachtnahme sind dabei womöglich mit Füßen getreten, aber noch nicht wirklich berührt.

Die Welt ist voll von Sagen. Und von Sagenhaftem. Sehr, sehr vieles lebt und stirbt von Gesagtem. Und Geschriebenem. Was freilich auch geschrieben steht, ist etwa ein berühmtes Gedicht von Erich Fried mit dem Titel „Was es ist“. Es ist, was es ist, heißt es darin zentral. In jedem Fall liegt darin ein Aspekt von Kunst: Auf anderes hinweisen.